Weißkirchen, Lobmingtal und Obdach gründen ersten Schutzwasserverband der Steiermark

Mit der Gründung des Schutzwasserverbandes Murtal Süd setzen die Gemeinden Weißkirchen in Steiermark, Lobmingtal und Obdach einen wichtigen Schritt im Bereich des Naturgefahrenmanagements. Es handelt sich dabei um den ersten Schutzwasserverband dieser Art in der Steiermark im Wirkungsbereich der Wildbach- und Lawinenverbauung. Ziel des neuen Verbandes ist die gemeinsame Planung und Errichtung von Schutzwasserbauten sowie von Lawinen-, Steinschlag- und Erosionsschutzbauten. Durch die interkommunale Zusammenarbeit können künftige Projekte effizienter geplant, besser koordiniert und mit höheren Fördersätzen umgesetzt werden. „Wir wollen nicht nur über eine verstärkte Zusammenarbeit reden, sondern auch etwas tun“, betont Bürgermeister Markus Tafeit aus Weißkirchen. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen Peter Bacher aus Obdach und Christian Wolf aus Lobmingtal wurde damit ein historischer Schritt für die Region gesetzt.

Mehr Sicherheit und bessere Planbarkeit
Die Zusammenarbeit der drei Gemeinden bringt zahlreiche Vorteile. Neben einer Verwaltungsvereinfachung sorgt der Verband vor allem für eine bessere Planbarkeit künftiger Schutzprojekte und reduziert finanzielle Risiken für die Gemeinden.
„Die Zusammenarbeit dieser drei Gemeinden bringt wesentliche Vorteile für künftige Projekte“, erklärt Stefan Fieger von der Wildbach- und Lawinenverbauung, auf deren Initiative die Kooperation entstanden ist. Besonders wichtig ist dabei, dass durch den Schutzwasserverband erhöhte Fördersätze des Bundes für neue Schutzbauten möglich werden. Für die Gemeinden bedeutet das: Schutzmaßnahmen können künftig nicht nur gemeinschaftlich geplant, sondern auch wirtschaftlicher umgesetzt werden.

Vorreiterrolle für das Murtal
Mit dem Schutzwasserverband Murtal Süd übernimmt die Region eine steiermarkweite Vorreiterrolle. Die Gemeinden Weißkirchen in Steiermark, Lobmingtal und Obdach zeigen damit, wie interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Naturgefahrenmanagement erfolgreich umgesetzt werden kann. „Wir legen damit Fundamente für die künftige Sicherheit der Bevölkerung und haben gleichzeitig Planungssicherheit. Nicht jeder muss sein eigenes Süppchen kochen“, sagt Bürgermeister Christian Wolf aus Lobmingtal. Auch Bürgermeister Peter Bacher aus Obdach unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens: „Ich bin froh, dass wir das so rasch über die Bühne gebracht haben und damit Vorreiter sind.“
Ein wesentlicher Impuls für die Umsetzung kam auch von Bezirkshauptfrau Nina Pölzl, die dem Risikomanagement und der Sicherheit im Murtal große Bedeutung beimisst.
„Der Klimawandel ist und bleibt eine Herausforderung. Dafür müssen die Gemeinden gerüstet sein. Der Schutzwasserverband ist eine Initiative, mit der das Murtal ein weiteres Mal steiermarkweit vorangeht“, so Bezirkshauptfrau Nina Pölzl.

Finanzielle Vorteile durch höhere Förderquote
Wie stark sich der Schutzwasserverband finanziell auswirken kann, zeigt eine Berechnung anhand bisheriger Investitionen: In den Jahren 2016 bis 2026 hat die Wildbach- und Lawinenverbauung rund 13,4 Millionen Euro in Schutzprojekte im Bezirk Murtal investiert.
Ohne Schutzwasserverband lag der durchschnittliche Interessentenbeitrag der Gemeinden bei 19,25 Prozent, das entspricht rund 2,6 Millionen Euro. Mit einem Schutzwasserverband sinkt dieser Beitrag auf 14,25 Prozent und damit auf rund 1,9 Millionen Euro.
Das bedeutet: Die Gemeinden im Bezirk Murtal hätten sich in diesem Zeitraum rund 700.000 Euro erspart.

Gemeinsam für den Schutz der Bevölkerung
Der Schutzwasserverband Murtal Süd ist ein starkes Zeichen für vorausschauende Gemeindepolitik. Durch die Bündelung der Kräfte können Schutzmaßnahmen künftig noch gezielter, effizienter und nachhaltiger umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt steht dabei die Sicherheit der Bevölkerung. Gerade angesichts zunehmender Herausforderungen durch Naturgefahren und den Klimawandel ist eine enge Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg ein wichtiger Schritt für die Zukunft.
 

 

 

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